Diskussion

Bisher 9 Kommentare zu “Es ist eben auch unsexy, immer nur rational zu sein!”

  1. kiez&tell sagt:

    Hm. Sehr interessantes Thema und gute Frage! Mein Handeln ist definitiv immer von meinen Gefühlen geprägt, auch wenn es nach außen hin dann oft als rational empfunden wird. Versteht man das? Anders gesagt: Ich kann meine emotionalen Ausbrüche einfach sehr gut als rationale (manchmal „kaltherzige“) Entscheidungen maskieren. Danke übrigens für einen der wenigen Posts in diesen Tagen, in dem es nicht um Weihnachten geht…und trotzdem besinnliche Feiertage:-)!

    • Ja, ich verstehe was du meinst. Manchmal „gelingt“ mir das auch. Eigentlich eine Art Selbstschutz… vielleicht das falsche Wort. Aber durch dieses Handeln maskiert man ja seine emotionale Entscheidung, die einen eventuell bloß stellen könnte. Jetzt hoffe ich, dass du verstehst was ich meine. ;D

  2. Ich bin stärker kontrolliert in meinen Handlungen, obwohl ich doch schon als recht temperamentvoll gelte. Wenn mir jemand nicht gut tut, dann halte ich mich von ihm fern. Wenn jemand mein Vertrauen missbraucht hat, was es das. On-Off, schlechte Partner- oder Freundschaft oder ein langes Hin und Her gibt es bei mir nicht. Vorbei ist vorbei. Emotionalität spielt keine Rolle mehr, sobald ich mich für oder gegen eine Sache entschieden habe. :)

    Ich würde nicht klar zwischen Vernunft und Emotionalität unterscheiden, weil man meines Erachtens nicht immer zwischen Kopfsache und Bauchgefühl trennen kann. Emotionen können aus der Vernunft heraus entstehen und eine kopflastige Entscheidung kann emotionale Gründe haben. LG!

    • Vornamepunkt sagt:

      Emotionen sind subjektiv. Sie erfinden sich selbst durch Begegnungen/Situationen/Atmosphäre/Stimmungen/Reflexion durch sich und Andere. Daraus braut sich dann eine individuelle Gefühlssuppe (für das Verständnis der Metapher soll es eine Buchstabensuppe sein) zusammen. Die Rationalität hilft uns die chaotisch umherschwimmenden Buchstaben zu ordnen und in einen Kontext zu bringen. Für mich funktioniert das Eine ohne das Andere gar nicht. Sehr stark emotionale Menschen sind oft sehr unglücklich und übersensibel, sehr stark rationale Menschen sind oft sehr kalt und berechnend. Die Natur zeigt uns in vielen Bereichen, dass das Gleichgewicht der Kräfte das harmonischste Zusammenspiel ever ist. Die Frage ist nicht, was besser ist.. sondern wie wir alle Zen werden

  3. TaraFairy sagt:

    Hallo Jess,
    Sehr interessante Gedanken, die du da äußerst. Wer ist da nicht mal hin und hergerissen.
    Ich bin zwar schon sehr emotional, aber natürlich muss man seine Entscheidungen auch gelegentlich hinterfragen.
    Es ist mir nicht mehr wichtig, es allen recht zu machen. Manchmal muss man auch Entscheidungen treffen, die für die eigene seelische Gesundheit besser sind.
    Ich habe gerade einen Schlussstrich unter eine langjährige Freundschaft gezogen, die mir einfach nicht mehr gut tat. In allen schwierigen Situationen war ich für diese Freundin da, aber dann haben wir uns in verschiedene Richtungen entwickelt, es gab keine Gemeinsamkeiten, keine Gesprächsthemen mehr. Die Anrufe bei ihr habe ich zunehmend als Pflicht empfunden.
    Die ewig gleichen Probleme mit ihrem Ex-Freund konnte much mir nach acht Jahren einfach nicht mehr anhören.
    Auch wenn es im Hinblick auf die schönen Augenblicke weh tut, fühle ich mich jetzt befreit.
    Glg & ein frohes Fest
    Jennifer

  4. Shelynx sagt:

    Ich bin selbst eine Mischung aus klarer Rationalität und sehr intuitiver Emotionalität. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass ich Dinge spüre, die ich nicht wissen kann und dass meine Emotionen ein guter Ratgeber für Entscheidungen sind. – Andererseits kenne ich aber auch genau das Gegenteil, weiß, dass ich auch vor vielen Dingen Angst habe oder zu vorsichtig bin und weiß dann manchmal nicht mehr zu trennen: ist das jetzt ein Gefühl (Emotion) oder eine Befürchtung (Kognition)… und dann fällt mir die Wahl schwer. Aber ich kenn das auch gut. Gerade bei Beziehungsentscheidungen erlebe ich oft, dass ich später denke „Das wusstest Du bereits nach 3 Wochen Partnerschaft… wieso hab ich damals nur nicht direkt gehandelt?!“

    Gefühl ist ja auch tatsächlich abgekürzte Abwägung, Heranziehen von Erfahrungen und Intuitionen. Es ist ein Entscheidungsprozess, der absolut ernst zu nehmend ist, auch wenn der Kopf zu langsam ist, um die verschiedenen vermeintlich emotionalen Argumente zu „hören“. – Es gibt Untersuchungen, dass erfolgreiche Menschen meist NUR auf Ihr Gefühl hören.

    Ich brauche jedenfalls noch ein wenig Nachhilfe, in diesen Momenten konsequent zu sein. Jemandem klar zu sagen „aus uns wird nichts“, wenn es sich abzeichnet und die Irritation über viele Momente in Kauf zu nehmen, wo man als Begründung für Entscheidungen nur sagen kann „Fühlte sich so richtig an“.

  5. Joana sagt:

    Der Text ist der Knüller! Spricht mir gerade genau aus der Seele!

  6. Carolina sagt:

    Ein wunderbare Post. Mal wieder trifft es genau meine Ansicht.
    In bestimmten Bereichen des Lebens ist es klüger rational zu denken, aber gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen höre ich (leider erst) seit Kurzem auch fast nur noch auf mein Bauchgefühl. Auch wenn das nicht immer die erfolgversprechendste Variante ist, so ist sie doch komplett ICH. Denn man selbst weiß, wenn man mal kurz in sich hineinhört, was für Einen am besten ist. Und so mache ich – im privaten Bereich – einfach die Dinge nicht mehr, die sich nicht richtig anfühlen – und das wiederum fühlt sich großartig an. :)

    Ganz liebe Grüße, einen guten Rutsch und ein fabelhaftes neues Jahr!

  7. […] Es ist eben auch unsexy immer nur rational zu sein! – ein wunderbarer Text von Jess über den Zwiespalt zwischen Rationalität und Emotionalität. […]

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